Mittwoch, 30. Oktober 2013

Der erste Dozent (Donnerstag, 12.09.2013)

Aha, mal wieder mit einem mulmigen Gefühl aufgewacht. Aber nicht mehr so viel, das ist ja schonmal gut. Wollen wir hoffen, dass das in den nächsten Tagen ganz weg geht.

“Por la manana” (eine genaue Uhrzeit war nicht ausgemacht) sollte ich ja zum Conservatorio kommen, um meinen Lehrer zu treffen. Im Bus konnte ich von der Umgebung mehr sehen, weil es nicht mehr so regnete wie am Vortag. In der Hochschule fand ich den ausgewiesenen Raum durch meine schon geeichte Orientierung. Er ist sehr freundlich und wir besprachen, was wir in diesem Semester machen wollen – durch das Auslandssemester und da ich keine Prüfung habe, habe ich quasi alle Freiheiten und soll sagen, was ich machen möchte, er unterstützt mich dann mit Tips. Er fragte mich nach meinen anderen belegten Fächern, worauf ich ihm erstmal erklärte, dass ich gesagt bekommen habe, dass er mir mir bei der Fächerwahl behilflich sein soll, worauf er etwas verwundert schaute und meinte, dass er ja auch keine Ahnung hat, was es sonst noch so gibt und sich mit mir zur Jefatura auf den Weg machte.
 
Dort habe ich dann mal deutlich gemacht, dass ich nicht im ersten Jahr (Curso°1) für Viola (Studium Instrument) bin, sondern in Deutschland Schulmusik studiere und es deshalb super wäre, wenn ich die Fächer nicht nur aus dem Studienplan “Curso°1-Instrumento” wählen könnte, sondern aus verschiedenen Studiengängen und verschiedenen Semestern. Denn ich habe ja schon ein paar Jährchen studiert und bin nach meinem Bachelorabschluss nun im Masterstudium, woraufhin erstmal verwunderte Blicke ausgetauscht wurden (1. Hier ist das scheinbar nicht so...; 2. Hat sich irgendjemand mal meine Bewerbung durchgelesen?). Aber somit konnte ich letztendlich erreichen, ein paar Zettel von verschiedenen Kursen in die Hand gedrückt zu bekommen (die hatte ich allerdings in Deutschland schon gesehen), die Zeiten werden erst in der kommenden Woche festgelegt (aha..). Mein Lehrer meinte, dass man die Kurse wohl dann mit jedem Dozenten selbst absprechen solle, aber wenn ich Hilfe bräuchte, könne ich ihn auch nochmal fragen, das ist ja schonmal ganz gut. Dann konnte ich den nächsten Termin, das Treffen mit der Bratschenklasse, für die nächste Woche notieren und nun ist meine Aufgabe, mir zu überlegen, was ich spielen möchte (Die Standards ausm Real Book hat er schonmal abgelehnt, hier gibbet nur harten Klassikunterricht). Na also, wieder einen Schritt weiter, ich bin zufrieden für heute! Dann kann ich also meine Touri-Stadt-Erkundungstour fortsetzen.

Diesmal in die andere Richtung in den Retiro-Park. Auf dem Weg das Caixa-Forum mit dem senkrechten Garten und dem fast schwebenden Gebäude,
 
 
vorbei am botanischen Garten und Prado-Museum bis zum Parque de Retiro.
 
 
Dort fand ich schnell das Denkmal Alfonso XII, auf dem See wird gerne Bötchen gefahren.
 
 
Beim Palacio de Christales wird gerade renoviert
 
 
und beim Palacio de Velazquez gabs eine Ausstellung. Dabei musste ich an Anna und Steffi denken, denn die hätten das sicherlich ziemlich spannend gefunden und besser verstanden als ich.
 
 


 
Auf dem Weg zur Metro gings noch an der Puerta de Alcala vorbei, wie Esther sagt “das Brandenburger Tor von Madrid”.
 
 
Zuhause konnte ich dann meine spanische Simkarte mit Esther tatsächlich erwerben und dann nahm mich Esther mich mit zu einem Intercambio-Abend. Das ist ein Treffen in einer Bar für Leute in Madrid, die andere Sprachen lernen möchten. Esther geht öfter dorthin, um Deutsch oder Englisch zu üben. Einer war auch dabei, der in Frankfurt Musik studiert hat und nun Unterricht am Conservatorio Reina Sofia, der privaten Hochschule in Madrid, gibt – so klein ist die Welt. Ganz froh war ich, dass wir nicht ganz so lang geblieben sind, denn ich war nach dem langen Tag doch etwas müde. Morgen steht erstmal kein Besuch in der Hochschule an, mal sehen, was ich mir in der Stadt anschauen möchte.

 

Dienstag, 29. Oktober 2013

Seit heute offiziell Student des RCSMM (Mittwoch, 11.09.2013)

Na, heute bin ich doch mal einen Schritt weitergekommen! Als ich ins Conservatorium trat und nach dem Sekretariat fragte, wurde ich gleich zur Jefatura de Estudios geschickt, weil dort die Einschreibung vorgenommen wird. Dort hat mich Julia (die Frau im Studienbüro, die scheinbar für alles zuständig ist – quasi die Frau Wenkel aus Madrid) wohl verstanden und ich konnte ihr Adresse, Telefonnummer, E-Mail, Passfoto geben, sodass sie mir einen Ausweis ausstellen konnte:

 
Den Rest, wie die Kurswahl usw., muss ich aber mit dem Jefe de Estudios regeln. Da er noch nicht da war, sollte ich mir doch die Hochschule ein wenig anschauen. Da ich das zu Genüge gestern schon getan hatte, setzte ich mich einfach vors Büro und konnte mich mit ein paar anderen wartenden Leuten unterhalten. Irgendwann nahm eine Frau (Susana, wie ich später erfuhr) den Platz im Jefe-de-Estudios-Büro ein. Julia kam vorbei und meinte, es wäre ja blöd, wenn ich so lange warten müsste und meinte, sie fragt, ob Susana schon etwas für mich tun kann. Mit den Beiden habe ich mich dann auf Spanisch-Englisch-Mischmasch unterhalten. Auf meine vielen Fragen antwortete Susana eher mit einem vorsichtigen Blättern in einem großen Ordner und einem hilflosen Blick mit den Worten: “Heute ist auch mein erster Tag...” In der nächsten Woche gäbe es ein Treffen von den Leuten, die ihre Position vorher vertreten haben, um sie einzuweisen, danach würden auch die Kurse festgelegt und man könne sie wählen. Weitere Erasmusstudenten gibt es, sind aber noch nicht angekommen, allerdings sind sie auch an einem Treffen aller interessiert. Sprachkurs und Metro/Bus-Tickt gibt es nicht. In der Zwischenzeit, bis sich die Hochschule weiter organisiert hat, könne ich ja schon Kontakt mit meinem zukünftigen Bratschenlehrer aufnehmen, dazu würde sie meine Adresse weitergeben. Mit ihm könne ich dann alle Kurse auswählen. Am Ende tauchte dann auch der Jefe de Estudios auf, der schnell auf den Stand unseres Zusammentreffens gebracht wurde und mich zusammen mit Susana herzlich Willkommen hieß.

Nun gut, das ist doch mal wieder ein weiterer Schritt in die richtige Richtung. Ein bisschen im Reiseführer geblättert (während dessen es sich ausgeregnet hat), um zu schauen, was ich mir heute ansehen möchte und dann ging es wieder los in die Stadt (das wieder bei strahlendem Sonnenschein).

Der Bahnhof Atocha, von dem ich ja schon die schöne Front gesehen habe) sieht innen wie ein großes Gewächshaus aus.
 
 
Es gibt auch ein Becken mit Schildkröten, ein bisschen wie im Zoo, da musste ich natürlich an Annette denken und ein Foto machen.
 
 
Dann ging es über die Calle Argumosa ins Viertel Lavapies, das ziemlich verwinkelt ist und mich ein bisschen skeptisch machte. In dieser Gegend hatte ich auch ein paar Wohnungsanzeigen gesehen, aber vielleicht war es doch ganz gut, nicht hier zu hausen... In der Gegend “Rastro”, wo Sonntags ein großer Flohmarkt stattfindet, war gar nix los und der Markt, markiert auf dem Stadtplan, war zu. Auf dem Weg zum Palacio Real sah ich die Kirche San Franzisco de Grande (Basilika) und habe mir die Catedral de la nuestra Senora de la Almudena von Innen angeschaut, diesmal mit nicht ganz so viel Betrieb wie beim WJT.

 
 
Den Palacio Real schaute ich mir nur von außen an, freier Einlass für EU-Bürger war erst eine Stunde später (Na na, der Reiseführer war ne Stunde zu früh).
 
 
Über den Plaza Oriente, am Teatro Real (Opera) vorbei und der Plaza Isabel II gelangte ich zum Monasterio las Descalzalas Reales, wobei sich auch hier der Reiseführer bei den Eintrittszeiten daneben lag, diesmal zu spät. Auf dem Weg zum Plaza del Sol entdeckte ich die Chocolatería San Gines, eine berühmte Schokoladerie für Madrid – sehr gemütlich. Hier, wie auch in vielen Cafés und anderen Chocolaterías, bekommt man die traditionellen Churros con Chocolate: Stangen aus frittiertem Teig, die man in eine Tasse heißer Schokolade tunkt. Hm, ein Muss der Spezialitäten in Madrid, das wird demnächst erledigt. In einem Tabaco-Laden konnte ich dann erfragen, dass es das Abono tatsächlich nicht ermäßigt für Studenten gibt, das geht nur nach Alter. Den Bären gegrüßt...
 
 
...ging ich die Calle Alcala entlang, wobei ich eine interessante Kirche sah, die sich vom Rest der Häuser unterschied (hier gespiegelt im gegenüberstehenden Haus)...
 

...und am Edificio Metropolis und Edificio Grassy, das Cover meines Reiseführers, vorbeiging.
 
 
Dann kam ich am Plaza de Cibeles an, der umrahmt wird von der Banco de Espana, der Casa America (Palacio de Lineares) und Palacio da Communicaciones. Diese Bauwerke werden im Fersehen oft gezeigt, wenn von Madrid gesprochen wird, z.B. in den Nachrichten.
 
 
Beim WJT fand hier der Eröffnungs-Gottesdienst statt und ich erinnere mich noch gut an das Gruppenbild unserer Kleingruppe an diesem Ort. Bei GoDi waren wir allerdings auf dem Paseo de Recoletos, die Straße die zum Plaza de Colón führt und haben die Bildschirmübertragung geschaut. Auch entdeckt habe ich eine Restaurantkette, die den WJT-Mitgliedern sicherlich bekannt vorkommen sollte:
 
 
Beim Entlanggehen des Paseo de Recoletos konnte ich mich gut an die Menschenmassen beim WJT erinnern, das Vergleichsbild, das mir Johannes und Larissa aufgetragen haben, mache ich dann, wenn ich Besuch habe, der das Foto macht. Allerdings habe ich hier schonmal einen netten Vergleich:
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Am Plaza de Colón besuchte ich auch das Hard-Rock-Cafe und entdeckte eine Gitarre von Jarabe de Palo.
 
 
 
Auf dem Weg zur Metrostation um nach Hause zu fahren, fand ich einige schöne Geschäfte, unter anderem “Tiger”, einen Laden mit Zeugs, das man eigentlich gar nicht braucht, aber total schön oder originell ist, da werde ich bestimmt noch öfter vorbeischauen. Zu Hause wurde mit “Ganz-Zu-Hause” telefoniert und weitere Zettel mit Esther aufgehängt. Ich empfing dann auch eine Nachricht, die mir mein zukünftiger Bratschenlehrer nachmittags gemailt hatte, das ging ja erstaunlich schnell. Am nächsten Morgen könnte ich vorbeikommen und ihn kennenlernen. Na dann, morgen weitere Schritte in Richtung Organisation des Studiums, ich bin gespannt.

Montag, 28. Oktober 2013

Nun ist auch die kleine Vorgeschichte online ;).



Wegen Nachfrage der Hinweis: Die Vorgeschichte befindet sich unter dem letzten Beitrag.
Dort, wo es das Sternchen (*) schon angekündigt hat.

 

Sonntag, 27. Oktober 2013

Zweiter Tag – auf gehts! (Dienstag, 10.09.2013)

So schnell gings dann doch nicht mit der Motivation. Morgens bin ich mit einem mulmigen Gefühl aufgewacht und fragte mich: “Was machst du eigentlich hier!?” Es kam mir so vor als hätte ich alles organisiert, geplant und in die Wege geleitet und würde mich jetzt erst fragen, ob ich überhaupt ein Auslandssemester machen möchte. “Que raro..” würde der Spanier sagen – wie merkwürdig. Ein bisschen musste ich auch darüber lachen, weil das so bescheuert ist. Aber irgendwie wäre ich in dem Moment am liebsten zu Hause gewesen. Nun gut, zu Hause anrufen oder schreiben wollte ich dann auch nicht, weil ich das Gefühl eigentlich so schnell wie möglich wieder loswerden wollte.

Deswegen hab ich mich lieber aufgerafft und die Zeit hat genau gepasst, dass ich mit Esther frühstücken konnte. Danach ging es dann in einen Handyladen, um eine spanische Simkarte zu besorgen. Das ging noch nicht, weil ich noch die Reisepassnummer brauche, also muss der Laden ein anderes Mal aufgesucht werden.

Dann endlich machte ich mich auf den Weg zur Hochschule. Auch wenn die Sprechzeit vom Sekretariat laut Internet (falls jemand tatsächlich schon arbeitet) schon vorbei war, wollte ich einfach schonmal schauen, wo die Hochschule ist und sie mir anschauen. Also eine 10er-Karte in der Metro gekauft und bei Atocha ausgestiegen. Da musste ich dann erst mal ein Foto vom Kreisel und der Bahnhofsfront machen – sehr imposant!
 
 
 
Die Hochschule war dann einfach zu finden, da sie direkt neben dem Museo Reina Sofia liegt und das Museum ausgeschildert ist. Ja und dann stand ich vor dem großen Gebäude: “Real Conservatorio Superior de Música de Madrid”.
 
 

Das große Tor war verschlossen, aber um die Ecke fand ich dann den Eingang und einen Pförtner, sowie einen Informationsschalter. Nagut, dann muss ich wohl direkt mit jemandem sprechen... Nochmal meine Notizen angeschaut und ein paar Wörter zurechtgelegt und los gehts. Ok, also am Eingang natürlich erstmal ein paar Zettel angeschaut und sich ein bisschen umgeschaut..bevor ich dann tatsächlich auf den Mann am Schalter zuging, der wohl schon darauf gewartet hatte. Ich erklärte ihm also, dass ich im nächsten Semester hier studieren werde, und fragte, wo ich denn weitere Informationen bekommen könnte und ob er wüsste, wann das Semester beginnt. Das wusste er und sein Kollege, den er zu Rate zog, natürlich* nicht, was aber daran lag, dass es noch nicht feststand. Äh, ja, gut. Es ist ja nicht erst September... Aber ich solle ruhig im Sekretariat mal nachfragen, sagte er mir dann, nachdem ich nach dem Erasmuskoordinator gefragt habe, allerdings wäre am Morgen eher jemand da. Aber das hatte ich ja an den Sprechzeiten im Internet schon gesehen. Die Position des “Jefe de Estudios” hätte sich aber wohl geändert und ich bekam die Auskunft, wer das seit Neustem ist – ob das jetzt das selbe wie der Erasmuskoordinator ist, muss ich noch herausfinden. Ich bedankte mich erstmal und schaute mir dann die Hochschule genauer an.

Sie ist ganz schön groß und hat ziemlich viele Räume, davon kann die Mainzer Hochschule nur träumen. Vom Stil etwas älter, aber sieht ehrwürdig und schön aus.



Auf dem Gang habe ich ein Mädchen angesprochen (allgemein war eigentlich nix los), in der Hoffnung, dass sie vielleicht weiß, wann das Semester ungefähr anfängt und wie der Beginn so läuft, auch mit der Kurswahl. So erhielt ich die Information, dass es einen Tag gibt, an dem alle Studenten kommen und sich in die Kurse eintragen. Danach beginnt irgendwann der Unterricht. Das Treffen ist wahrscheinlich nächste Woche, aber das steht noch nicht fest. Bei meinem weiteren Rundgang habe ich noch mit zwei anderen Damen gesprochen, wovon eine (die, die ich verstanden habe) auch schätzte, dass das Treffen nächste Woche ist. Aber ich könne gerne schon hier üben, im Moment wären die Räume nicht besetzt. Sie setzte sich danach in ein Häuschen auf dem Gang, scheint so, als wäre ihr Job, die Räume zu kontrollieren und aufzupassen. Von den Häuschen steht auf jedem Stockwerk eins.
 
 

Nach meinem ausführlichen Rundgang verließ ich dann die Hochschule mit einem freundlichen “Adios” zum Wärter am Eingang.

Na also, die erste Hürde ist geschafft! Es ist ja gar nicht so schwer – irgendwie klappt das schon mit dem Sprechen und Verstehen. Da war ich doch ein bisschen stolz und froh, dass ich es einfach probiert habe. Ich bin gespannt auf morgen, wie es im Sekretariat klappt und ob ich tatsächlich mehr Informationen erhalte.

Nun machte ich mich auf den Weg ins Zentrum. Am Tirso de Molina konnte ich übers freie Wlan eine kurze Nachricht nach Hause schicken und ging weiter zum Plaza Mayor, den ich mir beim Weltjugendtag (WJT) 2011 nicht anschauen konnte.
 

 
 
Noch habe ich keine Stelle entdeckt die mir vom WJT bekannt vorkommt, bis ich auf dem Plaza del Sol ankam.
 

Dort steht die Statue “El oso y el madroño” (der Bär und der Erdbeerbaum), das Wappensymbol von Madrid. Diese Statue mag ich sehr gerne, deshalb war das auch mein Ziel, um Madrid “Hallo” zu sagen.

 
In den Straßen um den Platz herum war einiges los (obwohl es das ja immer ist), schien ein Fest zu sein, aber ich konnte nicht herausfinden welches. Ich erinnerte mich auch an das Restaurant, in dem wir zum ersten Mal beim WJT mit unseren Coupons essen waren. Noch konnte ich es nicht finden, aber ich halte die Augen offen. Mit der Metro machte ich mich dann auf den Weg nach Hause und musste mich beim Aussteigen erstmal orientieren, weil ich einen anderen Ausgang genommen hatte. Nach einem weiteren Einkauf wurde zu Hause wieder mit der Familie telefoniert und danach saß ich mit Esther zusammen und wir haben angefangen Post-its zu beschriften. Nun hängt die Wohnung voller Zettel auf denen das jeweilige Objekt mit seinem spanischen (für mich) und deutschen (für Esther) Namen steht (auch die Dunstabzugshaube hat ein Zettelchen..), Esther lernt nämlich deutsch, wobei sie schon sehr gut spricht, wie ich finde. An diesem Abend habe ich mich auch endlich bei Duolingo angemeldet, wonach mich Daniel ja schon seit einem halben Jahr fragt und versuch ab jetzt Punkte aufzuholen!
Dann aber endlich ins Bett, morgen früh auf ein Neues!

 
* Warum natürlich? Die Vorgeschichte fehlt. Bei der Planung meines Auslandsaufenthaltes von Mainz aus gab es schon einige Ausblicke auf die Desorganisation des Ganzen. Das fing damit an, dass das Erasmusbüro keine bzw. wenig Erfahrung mit Auslandssemestern von Musikstudenten hat. Somit hatten sie also keine Kontaktdaten, Ansprechpartner oder sonstige Informationen für mich. Ok, das habe ich aus dem Internet herausgesucht und alle weiteren Informationen über eine lange Zeit mühsam zusammengeklaubt. Darunter die Bedingungen für eine Bewerbung, eventuelle Abgabetermine der Bewerbung etc. Dabei war aber noch nicht herauszufinden, wann die Semester überhaupt anfingen, das stand auch nicht auf der Internetseite der Hochschule. Sobald es bekannt ist, würde es dort aber zu lesen sein. Gut, dachte ich, wird ja wohl bald geplant sein. Im Juli, also gegen Ende des Semesters in Mainz, war ein Datum immer noch nicht bekannt. Da wir die Prüfung für das Popmusik-Seminar allerdings bald mal festlegen wollten und dafür September angepeilt war, habe ich nochmals versucht nachzufragen. Das Erasmusbüro in Mainz wusste das natürlich nicht und eine Antwort aus Madrid erhielt ich nicht. Gut, dass der Prüfungstermin anders geregelt werden konnte (Ende August), aber für mich stellte sich die Frage, wann soll ich denn anreisen? Ursprünglich hatte ich wegen Erfahrungsberichte anderer Studenten und Zeiten von anderen Unis in Spanien damit gerechnet, dass das Semester Anfang September beginnt. Um die Taufe von Marlene noch mitzubekommen wählte ich also den frühstmöglichen Termin danach. In der Woche davor war ich ja nochmal in Mainz, um die letzten Dinge aus meinem Zimmer zu räumen und war bei der Gelegenheit nochmal beim Erasmuskoordinator für Musik in Mainz, der versucht hat, in Madrid an der Hochschule anzurufen, aber keinen erreicht hat (er kann glücklicherweise super Spanisch). Erst am Tag darauf hatte er den Sicherheitsdienst am Apparat, der eigentlich nur durch Zufall das Telefon gehört hat und rangegangen ist. Von diesem bekamen wir dann die Auskunft, dass im Moment noch niemand am Arbeiten ist, erst am 01.September wieder. An diesem Tag rief der Koordinator wieder an und konnte mit dem Sekretariat sprechen, was aber auch nicht ganz hilfreich war, denn dort war wieder einmal die Aussage zu hören, dass noch nicht bekannt ist, wann das Semester losgeht und es bei Bekanntwerden auf der Internetseite steht. Nun gut, dann war also erstmal der Plan, am 09.September hinzufahren und dann eben dort persönlich zu erscheinen und zu erfragen wie es weitergeht.

Samstag, 26. Oktober 2013

Ankunft in Madrid (Montag 09.09.2013)

Früh morgens ging es los, Mama, Papa und ich machten uns um halb sechs auf den Weg von Lahnstein nach Frankfurt. Nachdem wir uns nach mehrmaligem Drücken schwerenherzens verabschiedet hatten, war ich froh als ich mit dem Geigen-/Bratschenkoffer und der dicht gepackten Handgepäckstasche gut durch die Kontrolle gekommen bin. So wie viele andere bepackt waren, hätte ich sicher noch ein Kopfkissen unter den Arm klemmen können. Der Flug hatte dann ein wenig Verspätung, aber was zu Essen an Bord, Spinat und Rührei mit Kartoffeln. Und dann konnte ich auch endlich den “Airplane-Letter” öffnen, auf den ich schon so neugierig war! Der kam nämlich am Freitag mi Buchenweg an, ohne Absender, aber die Schrift und die Absende-Postleitzahl ließen mich auf Philipp tippen – und richtig! Das war schön, aber beim Lesen kam dann doch ein bisschen Wehmut auf, dass ich das Semester nicht mit meinen Freunden in Mainz verbringen kann. Aber in einem halben Jahr, habe ich sie ja alle wieder! Außerdem haben ein paar über einen Besuch nachgedacht und wir haben uns vorgenommen zu skypen und regelmäßig zu berichten. Na mal sehen, wie wir das umsetzen!



Nach dem Flug war ich dann aber froh in Madrid angekommen zu sein und konnte nach einigem Warten meinen Koffer entgegennehmen. Die Metro habe ich auch schnell gefunden, Ticket gekauft und losgefahren. Esther, meine zukünftige Mitbewohnerin, die ich heute kennenlernen sollte, hatte inzwischen noch ein paar weitere Informationen zur Adresse geschickt, obwohl ich mir den Weg zur Wohnung auch schon rausgesucht hatte. An der Station „Artilleros“ angekommen freute ich mich mit meinem Gepäck schon über die Rolltreppen, aber am Ende wartete dann doch nochmal eine unrollende Treppe. Glücklicherweise kam mir aber eine nette Spanierin auf dem letzten Viertel zu Hilfe. Nach kurzer Orientierung stapfte ich dann also los in Richtung Wohnung und traf auf dem letzten Stück auf Esther – woran sie mich nur erkannte!? Naja, das Gepäck war wohl doch nicht so ganz unauffällig.. Den Koffer schleppten wir dann gemeinsam in den dritten Stock und ich konnte mich in meinem Zimmer einrichten.
 
 

Danach zeigte mir Esther die vier Ecken mit Metrostation, Bushaltestelle, Einkaufsmöglichkeiten (Dia, Lidl), Apotheke... Mit etwas Grundlegendem zu Essen konnte ich mich dann bei unserem Einkauf eindecken (z.B. mit dem „auténtico Mehrkornbrot“) und zu Hause haben wir direkt schonmal das Abono für Metro und Bus bestellt. Mal sehen, ob es an der Hochschule einen Fahrausweis für Stundenten gibt, das erfrage ich in den nächsten Tagen, wenn ich der Hochschule einen Besuch abstatte. Mal schauen, ob schon jemand dort arbeitet...



Nachdem ich mit der Heimat geskyped hatte fiel ich dann müde ins Bett. Was ich in den nächsten Tagen erledigen will, kann ich mir morgen immernoch überlegen.

Ich bin aber sehr gespannt auf die Zeit hier in Spanien, im Moment sind alle möglichen Gefühle dabei: mulmig, fragend, fröhlich, gelassen, offen, neugierig...

Aber das Tolle ist: Ich kann nur an Erfahrungen reicher werden und vielleicht auch mal Dinge tun, zu denen ich sonst nicht oft komme. Und die Zeit wird wahrscheinlich schneller vorbeigehen, als ich denke! Mal gespannt, wie es wird. Aber jetzt: Buenas noches, hasta mañana!

 

Los geht's!


So, nun endlich der erste Blogeintrag.

Um also ausschöpfend zu berichten, fange ich von ganz vorne an und beschreibe, wie die ersten Wochen seit der Ankunft in Madrid gewesen sind.
 
¡Vamos!

 

Mittwoch, 16. Oktober 2013

Bienvenidos: Blog-Start

Hallo ihr Lieben,

schön, dass ihr den Weg auf meinen Blog gefunden habt.

Hier versuche ich euch auf dem Laufenden zu halten über mein Semester in Madrid.

Doch ich soll nicht alleine aktiv sein:
Dazu gibt es die phänomenale Kommentarfunktion!
Also schreibt, was es bei euch neues gibt und kommentiert meine Erlebnisse - ich freue mich darauf!

In den nächsten Tagen versuche ich den Blog nach und nach zu füllen, um zu berichten, wie es mir bisher ergangen ist und um dann regelmäßig die aktuellen Erlebnissen mit euch zu teilen.

Und nun heißt es endlich: Bienvenidos zu meinem Auslandssemester-Blog!

Eure Sarah