Freitag, 20. Dezember 2013

Nach Hause! (Samstag, 21.12.2014)

Heute ging es endlich nach Hause. Ich freute mich total! Damit ich nicht auf das Gepäck warten muss, reiste ich nur mit Handgepäck, das war aber bis zum Anschlag gefüllt.

Am Flughafen hat alles gut geklappt, der Flug war am Ende ein bisschen wackelig (super, wenn ma dann inmitten einer Schulklasse sitzt: „Boah, hast du das gemerkt, das hat gewackelt!“ - „Ah, wir sterben...!“), aber ich war froh, als wir dann wieder gut gelandet sind.

Erstmal brauchte ich ja kein Gepäck abzuholen, sodass mich der direkte Weg in die Flughafenhalle führte. Dort schaltete ich dann auch mein Handy an und bekam die Sms von Mama und Papa, dass sie im Stau stehen würden... Naja, der Text hörte sich auf jeden Fall sehr ähnlich an wie meine Sms, die ich an die Beiden in Madrid wegen meiner Verspätung geschickt hatte... Nach meinem skeptischen Nachfragen, lösten sie das Ganze dann auch auf und ich suchte den Eingang zu der Gepäckausgabe (lustig wäre gewesen, wenn ich die Beiden von hinten überrascht hätte...) bzw. von dort den Ausgang und konnte die beiden in die Arme schließen. Ein Stückchen weiter stellten wir uns erstmal hin, um die ersten Worte nicht im Durchgang zu wechseln und wer kommt da ganz scheinheilig wie zuufällig vorbei!? Daniel! Was für eine Überraschung, die ist aber gelungen! Ich habe mich echt wahnsinnig gefreut. Er war schon seit gestern da und keiner hat was verraten. Jetzt weiß ich auch, warum Daniel einfach nicht rausrückte, wann er ankommt... Hach toll...

Und dann ging es gleich am selben Abend noch zu Annette und Holger (das war die nächste Überraschung als Papa am Kreisel unerwartet in die andere Richtung abbog), wie schön, die beiden wieder in die Arme nehmen zu können Da gab es einen Empfang mit leckeren Pizzabrötchen. Ich freue mich schon auf morgen, wenn ich Jakob und Marlene wieder begrüßen kann.

Und generell auf die Zeit hier zu Hause, ich hab euch so lieb.

Donnerstag, 12. Dezember 2013

„Kalá Christoúgenna!“ / die letzte Uniwoche vor Weihnachten (Mo, 16.12. - Fr, 20.12.)

Die letzte Woche bevor es nach Hause geht, bricht an!

Am Montag sollten wir ein Villancico (Weihnachtslied) zum Improvisationskurs mitbringen, das wir das verflamencoisieren. Das haben wir dann aber doch nicht gemacht, bzw. nur ansatzweise. Stattdessen spielten wir ein Spiel, bei dem man würfelt und man dann je nach Feld eine musikalische Frage oder Aufgabe lösen muss. Allerdings wurden die Fragen so schnell gestellt, dass Roxani und ich überhaupt nicht mitkamen und unsere Teamkollegen auch nicht ständig damit strapazieren wollten, uns die Frage (oder die vorhergehende Antwort) noch einmal zu erklären. Naja, aber dieses schnelle Gebrabbel waren wir von unserem Dozenten ja schon gewohnt, allerdings wars im Kurs in der Tat verständlicher... (hätte nicht gedacht, dass ich das mal schreiben würde).

Da Anna einen kleinen Überschuss an Plätzchen zu Hause hatte (sie hatte ein Paket von ihrer Oma geschickt bekommen), trafen Roxani, sie und ich uns am Dienstag bei ihr zu Hause, um den Überschuss ein wenig zu verringern und um dann auf den Weihnachtsmarkt auf dem Plaza Mayor zu gehen, sowie auf dem Plaza Puerta del Sol den großen Weihnachtsbaum endlich auch mal beleuchtet zu sehen.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Hab ich euch eigentlich schon von der Krippe erzählt, die ich gekauft habe? Die Figuren haben mich so angegrinst, da konnte ich gar nicht anders. So goldig. Und auf dem Weihnachtsmarkt habe ich tatsächlich noch ein zusätzliches Kamel und den fehlenden Ochsen gefunden.

 

 
 
 
 
 
Anschließend gab es noch Churros, es ist ja nicht so, dass wir den Bauch voll von Plätzchen haben...

Am Mittwoch hatte ich meine letzte Violastunde und konnte mich mit einem kleinen Plätzchentütchen (ja, es waren immer noch ein paar übrig) bedanken und verabschieden.

„Kalá Christoúgenna!“ - das habe ich am Donnerstag gelernt, das heißt frohe Weihnachten auf griechisch. Unser Prof. im Filmmusik-Kurs hat es dann auch mehrmals auf deutsch probiert, was mehr oder wenig lustig geklappt hat.

Am Freitag konnte ich am Blog ein wenig weiterschreiben und Abends hatte Meriem marokkanisches Essen vorbereitet für einige Freunde und ihre Mitbewohnerinnen. Mal wieder probierte ich die Version, eine Weinflasche mit einem Schuh und Klopfen gegen die Wand zu öffnen, da wir keinen Öffner hatten, aber mal wieder klappte es nicht. Irgendwann werde ich das noch schaffen... Naja, eine Freundin Meriems drückte den Korken kurzerhand einfach in die Flasche und dekorierte damit sich und unsere Küchedecke. Inzwischen sieht das ganz interessant aus, da die Flecken eher bläulich sind...


Ebenfalls hatte ich den Großteil schon gepackt für die morgige Reise nach Hause, obwohl ich auch morgen dafür noch Zeit habe.

Mittwoch, 11. Dezember 2013

Sevilla und Córdoba (Fr/Sa/So, 13./14./15.12.2014)

Nach 6 ½ Stunden Busfahrt kamen wir mehr oder weniger gerädert in Sevilla an und suchten ersteinmal das Hostel auf, um dort unsere Sachen abzustellen und dann einen Happen zum Frühstück zu finden. Die Stadt war wie ausgestorben, kein Wunder, es war ja erst halb acht. Nach dem kleinen Frühstück erhellte die Sonne inzwischen auch die Stadt und wir bewunderten die vielen Mandarinenbäume, die Sevilla übersähen, nun auch im Hellen.
 
 
 
Nach einer Runde durch die Stadt schlossen wir uns der vom Hostel angebotenen Stadtführung an, bei der ich schon Einiges in meiner vorbereiteten „Was gibt es zu sehen – was will ich sehen?“-Liste abhaken konnte.
Plaza Nueva und Plaza Cabildo: 
 
An der Kathedrale vorbei:
 
 
Plaza de Toros, Canal de Alfonso XIII mit Ausblick auf Triada und Torre de Oro:
 
 
 
 
 


Hier haben wir unter anderem gelernt, dass die Sevillaner nicht nur ihren eigenen Akzent haben, sondern auch gerne die Menschen kontaktieren. Den Akzent kennen Roxani und ich ja schon von einem unserer Komilitonen und müssen oftmals schwer aufpassen, um die Worte zu erkennen und hier und da ein „s“ hinzufügen. (Beispiel: Este es una Plaza de Madrid: "Ä-te ä u(n)a Plaha de Madrihh").

Der Stadtführer machte uns dann lebhaft vor, wie der Unterschied zwischen Sevillanern und anderen Menschen ist, wenn man durch eine Menschenmenge geht, an jemandem vorbei möchte oder sich zwei Gruppen kreuzen beim über die Ampel gehen. Irgendwie macht das die Sevillaner sympatisch, es ist doch viel schöner, wenn die Menschen im Leben unter sich ohne große Distanz miteinander umgehen. Das ist so eine generelle Lebenseinstellung, die ich sehr schön finde.
 
Die Uni ist in der Real Fábrica de Tabacos untergebracht, in der die Figur aus der Oper Carmen gearbeitet hat (rechts).
 
 
 Dort sahen wir auch eine lustige Szene: Dieser Mann hier spielt Gitarre und singt und versucht so, Geld zu sammeln. Es fuhren immer dort immer wieder Kutschen vorbei und er machte es sich zur Aufgabe, mit jeder Kutsche zu laufen. Das war schon witzig.


Am Plaza de España bildete die Stadttour bildete ihren krönenden Abschluss. Sevilla gefällt mir bisher sehr gut und dieser Platz hier begeistert mich, der ist echt total toll.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Auf dem Platz sind Mosaiken von vielen spanischen Städten, da mussten wir natürlich eines mit uns bei dem von Madrid machen.
 
 
Letzte Woche waren wir in...:
 
 
Am Sonntag geht es nach...:
 

Übrigens würde hier eine Szene aus Starwars (Episode II, The Attack of the clones) gedreht:
 

 
Ihr merkt schon, so viele Bilder wie ich gemacht habe...mir gefällt der Platz sehr gut.
 
 
 
Anschließend gab es eine kleine Pause im superschönen Parque Maria Luisa:
 
 
Und wir sahen das kleine Schlösschen Custurero de la Reina (Nähstube der Königin) sowie die Casa Pilatos, das der Legende zufolge eine Kopie des Palastes von Pilatus ist, da es jemand nachbauen wollte, weil es ihm auf einer Pilgerreise so gut gefallen hat.
 
 
Die Kathedrale werden wir morgen besuchen, hier schonmal ein nächtliches Foto mit dem Turm La Giralda. Sie wurde auf den Überresten einer Moschee gebaut und das Minarett dieser ist noch Bestandteil der Kathedrale (die beiden Schutzheiligen Justa und Rufina werden oft zusammen mit ihr abgebildet).
 
Ein schönes Schild entdeckt und einen Sombrero-Laden:

 
 
Dann konnten wir uns die Hochschule anschauen. Macht einen schönen gemütlichen Eindruck, Mehr als das Gebäude kann man ja nicht beurteilen...
 
 
 
 
 
 
 
 
Und das Licht fiel grade so schön...:
 

 

 









Unterwegs ein paar Kirchen gesichtet und besucht und Kamele auf einem Platz entdeckt – ist ja fast Weihnachten.

 
 
 
Und hier ein Frechdachs-Engel:


 
Stadtmauern beleuchtet und ich beim Versuch, die Ampel zu filmen. Die Ampelmännchen hier laufen nämlich und, wenn es bald wieder Rot wird werden sie sogar schneller (mal sehen, ob ich ein Video einbinden kann...).
 
 
 
 

Eine Runde Tapas essen und am nächsten Tag früh wieder los.

Als erstes ging es in den Alcázar, auf dem Weg dorthin, ein Foto der Alemanes in der Calle Alemanes!
Den Alcázar finde ich superschön. Hier einige Bilder und Eindrücke der Räume, Gebäude, Gärten …
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 




Im Archivo de Indias gibt es eine Austellung zur Seefahrt und Entdeckungsreisen, die wir anschließend besuchten. Sie beinhaltete auch Dokumente von Kolumbus und der Entdeckung Amerikas.
 
Danach stand der Besuch in der Kathedrale an.
 


Auf der Turmspitze steht der Giraldillo und seine Kopie am Haupteingang. Innen ist das Grab Christoph Kolumbus zu finden, getragen von den 4 Königreichen Kastilien, León, Aragón und Navarra.
 

Beim Zugang zum Orangenhof gibt es sogar ein Krokodil (scheinbar ein Diplomatengeschenk (mit einer Giraffe und einem Elefanten) des Botschafters des Sultans von Ägypten an König Alfonso X.).
 
 
Der Orangenhof ist der Innenhof er Kathedrale, ein Quasi-Kreuzgang.

 
Nun stiegen wir den Turm La Giralda hinauf, der damals von Pferden bestiegen werden konnte, beim Aufstieg wünschten wir uns auch eins...wurden oben angekommen aber mit einem tollen Ausblick belohnt. Sogar unser Hostel konnten wir entdecken. Die Glocken läuteten wir allerdings nicht...
Cool war auch, dass man von irgendwo unten Gitarrenklänge und Gesang hörte – sehr spanisch.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
Am Mirador Parasol sparten wir uns das Geld und blieben wir nur unten auf dem Platz, die Aussicht über die Stadt haben wir ja schon genossen...
 
 
...und besuchten anschließend das Flamenco-Museum und dort auch eine Vorstellung. Das war echt toll, super Musik und toller Tanz! (Das verschwommene Bild zeigt, dass wir die Tänzerin vorher noch zufällig haben üben sehen).
 
 
 
 
 
Danach drehten wir noch eine Runde durch das Viertel Triana, das unser Kommilitone so gern mag.
 
 
Heißt das nicht andersrum....?
 
In einem Musikgeschäft entdeckte ich eine gläserne Klarinette und hier eine schöne Pizza:
 
 
Noch ein Abschlussbild mit Palmas de Flamenco (Händeklatschen beim Flamenco) und ab ins Bett, dann am nächsten Tag...
 

...ging es wieder in aller Frühe weiter mit dem Bus nach Córdoba.
 

 
 
 
 
 
 
 
 
Die Puerta del Puente und Puente Romano am Fluss sahen wir als erstes.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Der Torre de la Calahorra sieht ein bisschen aus wie eine Sandburg...


 
 
 
 
 
 
 


Diese Kirche war am anderen Ufer:
 
 


















Nach erster Orientierung und Planung der Besuche mit Öffnungszeiten besuchten wir den Alcázar. Ich sag nur immprrresionannte! Boah, der ist echt total schön!! Da wollte ich gar nicht mehr weg.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Auf dem Weg zu den Stadtmauern ein Patio, der auf ganz vielen Postkarten abgebildet ist. Nur entdeckt, da ich überall meine neugierige Nase reinstecke...naja, die Tür war halt offen... Die Synagoge und die arabischen Bäder waren nicht so megaspektakulär, aber sie haben wir auch besichtigt.

 
 








Auf dem Plaza de las Tendrillas, der der Mittelpunkt der Stadt ist, gibt es einen Turm, der die Uhrzeit nicht mit Glockenschlägen, sondern mit einer Gitarrenseite bzw. mit einem Akkord oder einer Melodie angibt.


Leider haben wir die Töne kaum gehört, weil auf dem Platz gerade eine Gruppe Gitanos ihre Nummer vorführte mit einer Ziege, die eine Leiter hochsteigt, einem turnenden Hund und schrecklicher arabischer Jodelmusik.
Auf dem Plaza de la Corredera (hier wurden früher Stierkämpfe ausgetragen) gab es eine kleine Pause zum Stärken und wir genossen das tolle Wetter. Bei dem Sonnenschein war es richtig warm.


Allerdings tauchte auf dem Platz dann auch irgendwann die Gitano-Gruppe mit der Ziege auf und fing an zu nerven. Als sie aufhörte meinte ich nur scherzhaft, dass die wegen der Größe des Platzes bestimmt gleich an der anderen Ecke nochmal loslegen - leider war es so dann auch.
Der Plaza del Potro ist Teil der Geschichte von Don Quijote, dort besuchten wir auf Wunsch der beiden Mädels das Museo de Belle Artes und auf dem Weg zur Mezquita (Moschee) begegneten wir mal wieder den Gitanos (jodel-jodel...).

 
 
 
 
Nun blieb uns leider nicht mehr ganz so viel Zeit, aber es stand auch nur noch die Moschee auf dem Plan, vorher konnten wir leider nicht hinein, weil nicht geöffnet war. Sie ist wirklich sehr beeindruckend.

 








 


















Übrigens ist sie nicht nach Mekka sondern nach Damaskus ausgerichtet und wurde im 13.Jahrhuntert zur Kathedrale geweiht. Innen überrascht einen völlig ein ganz anderer Baustil, man fühlt sich wie in ein anderes Gebäude versetzt. Und der Innenhof hat ein wenig Ähnlichkeit mit dem Orangenhof der Kathedrale in Sevilla.

 
 
 
 








Schade, dort wären wir gerne noch ein bisschen länger geblieben, aber der Bus wartet ja nicht. Also zur Estación de autobuses und jetzt ratet mal, wen wir vor dem Bus antrafen unter den Passagieren!? Ja, die Ziegen-Gitanos! Tatsächlich saßen die zwei Frauen dann auch noch ausgerechtnet auf den zwei Sitzen vor uns und wunderten sich, warum hinter ihnen drei Mädels sich nicht mehr einkriegten vor Lachen. Die Ziege und den Hund haben sie wohl bei dem Mann gelassen, der sie am Bus verabschiedete („Hasta mañana“ – watt? Fahren die morgen wieder zurück!? - naja, solange sie nicht anfangen, in Madrid zu spielen...), obwohl wir uns ausmalten, wie die zwei unten im Gepäckraum sitzen... Nach etwa fünf Stunden waren wir dann wieder im heimischen Madrid angekommen, ziemlich müde, aber mit vielen tollen Eindrücken aus zwei schönen Städten Andalusiens.