Den Rest, wie die Kurswahl usw., muss
ich aber mit dem Jefe de Estudios regeln. Da er noch nicht da war,
sollte ich mir doch die Hochschule ein wenig anschauen. Da ich das zu
Genüge gestern schon getan hatte, setzte ich mich einfach vors Büro
und konnte mich mit ein paar anderen wartenden Leuten unterhalten.
Irgendwann nahm eine Frau (Susana, wie ich später erfuhr) den Platz
im Jefe-de-Estudios-Büro ein. Julia kam vorbei und meinte, es wäre
ja blöd, wenn ich so lange warten müsste und meinte, sie fragt, ob
Susana schon etwas für mich tun kann. Mit den Beiden habe ich mich
dann auf Spanisch-Englisch-Mischmasch unterhalten. Auf meine vielen
Fragen antwortete Susana eher mit einem vorsichtigen Blättern in
einem großen Ordner und einem hilflosen Blick mit den Worten: “Heute
ist auch mein erster Tag...” In der nächsten Woche gäbe es ein
Treffen von den Leuten, die ihre Position vorher vertreten haben, um
sie einzuweisen, danach würden auch die Kurse festgelegt und man
könne sie wählen. Weitere Erasmusstudenten gibt es, sind aber noch
nicht angekommen, allerdings sind sie auch an einem Treffen aller
interessiert. Sprachkurs und Metro/Bus-Tickt gibt es nicht. In der
Zwischenzeit, bis sich die Hochschule weiter organisiert hat, könne
ich ja schon Kontakt mit meinem zukünftigen Bratschenlehrer
aufnehmen, dazu würde sie meine Adresse weitergeben. Mit ihm könne
ich dann alle Kurse auswählen. Am Ende tauchte dann auch der Jefe de
Estudios auf, der schnell auf den Stand unseres Zusammentreffens
gebracht wurde und mich zusammen mit Susana herzlich Willkommen hieß.
Nun gut, das ist doch mal wieder ein
weiterer Schritt in die richtige Richtung. Ein bisschen im
Reiseführer geblättert (während dessen es sich ausgeregnet hat), um zu schauen, was ich mir heute ansehen
möchte und dann ging es wieder los in die Stadt (das wieder bei
strahlendem Sonnenschein).
Der Bahnhof Atocha, von dem ich ja
schon die schöne Front gesehen habe) sieht innen wie ein großes
Gewächshaus aus.
Es gibt auch ein Becken mit Schildkröten, ein
bisschen wie im Zoo, da musste ich natürlich an Annette denken und
ein Foto machen.
Dann ging es über die Calle Argumosa ins Viertel
Lavapies, das ziemlich verwinkelt ist und mich ein bisschen skeptisch
machte. In dieser Gegend hatte ich auch ein paar Wohnungsanzeigen
gesehen, aber vielleicht war es doch ganz gut, nicht hier zu
hausen... In der Gegend “Rastro”, wo Sonntags ein großer
Flohmarkt stattfindet, war gar nix los und der Markt, markiert auf
dem Stadtplan, war zu. Auf dem Weg zum Palacio Real sah ich die
Kirche San Franzisco de Grande (Basilika) und habe mir die Catedral
de la nuestra Senora de la Almudena von Innen angeschaut, diesmal mit
nicht ganz so viel Betrieb wie beim WJT.
Den Palacio Real schaute ich
mir nur von außen an, freier Einlass für EU-Bürger war erst eine
Stunde später (Na na, der Reiseführer war ne Stunde zu früh).
Über
den Plaza Oriente, am Teatro Real (Opera) vorbei und der Plaza Isabel
II gelangte ich zum Monasterio las Descalzalas Reales, wobei sich
auch hier der Reiseführer bei den Eintrittszeiten daneben lag,
diesmal zu spät. Auf dem Weg zum Plaza del Sol entdeckte ich die
Chocolatería San Gines, eine berühmte Schokoladerie für Madrid –
sehr gemütlich. Hier, wie auch in vielen Cafés und anderen
Chocolaterías, bekommt man die traditionellen Churros con Chocolate:
Stangen aus frittiertem Teig, die man in eine Tasse heißer
Schokolade tunkt. Hm, ein Muss der Spezialitäten in Madrid, das wird
demnächst erledigt. In einem Tabaco-Laden konnte ich dann erfragen,
dass es das Abono tatsächlich nicht ermäßigt für Studenten gibt,
das geht nur nach Alter. Den Bären gegrüßt...
...ging ich die Calle
Alcala entlang, wobei ich eine interessante Kirche sah, die sich vom
Rest der Häuser unterschied (hier gespiegelt im gegenüberstehenden
Haus)...
...und am Edificio Metropolis und
Edificio Grassy, das Cover meines Reiseführers, vorbeiging.
Dann kam
ich am Plaza de Cibeles an, der umrahmt wird von der Banco de Espana,
der Casa America (Palacio de Lineares) und Palacio da
Communicaciones. Diese Bauwerke werden im Fersehen oft gezeigt, wenn
von Madrid gesprochen wird, z.B. in den Nachrichten.
Beim WJT fand
hier der Eröffnungs-Gottesdienst statt und ich erinnere mich noch
gut an das Gruppenbild unserer Kleingruppe an diesem Ort. Bei GoDi
waren wir allerdings auf dem Paseo de Recoletos, die Straße die zum
Plaza de Colón führt und haben die Bildschirmübertragung geschaut.
Auch entdeckt habe ich eine Restaurantkette, die den WJT-Mitgliedern
sicherlich bekannt vorkommen sollte:
Beim Entlanggehen des Paseo de
Recoletos konnte ich mich gut an die Menschenmassen beim WJT
erinnern, das Vergleichsbild, das mir Johannes und Larissa
aufgetragen haben, mache ich dann, wenn ich Besuch habe, der das Foto
macht. Allerdings habe ich hier schonmal einen netten Vergleich:
Am Plaza de Colón besuchte ich auch das Hard-Rock-Cafe und
entdeckte eine Gitarre von Jarabe de Palo.
Auf dem Weg zur
Metrostation um nach Hause zu fahren, fand ich einige schöne
Geschäfte, unter anderem “Tiger”, einen Laden mit Zeugs, das man
eigentlich gar nicht braucht, aber total schön oder originell ist,
da werde ich bestimmt noch öfter vorbeischauen. Zu Hause wurde mit “Ganz-Zu-Hause” telefoniert und weitere Zettel mit Esther
aufgehängt. Ich empfing dann auch eine Nachricht, die mir mein
zukünftiger Bratschenlehrer nachmittags gemailt hatte, das ging ja
erstaunlich schnell. Am nächsten Morgen könnte ich vorbeikommen und
ihn kennenlernen. Na dann, morgen weitere Schritte in Richtung
Organisation des Studiums, ich bin gespannt.


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