Dienstag, 29. Oktober 2013

Seit heute offiziell Student des RCSMM (Mittwoch, 11.09.2013)

Na, heute bin ich doch mal einen Schritt weitergekommen! Als ich ins Conservatorium trat und nach dem Sekretariat fragte, wurde ich gleich zur Jefatura de Estudios geschickt, weil dort die Einschreibung vorgenommen wird. Dort hat mich Julia (die Frau im Studienbüro, die scheinbar für alles zuständig ist – quasi die Frau Wenkel aus Madrid) wohl verstanden und ich konnte ihr Adresse, Telefonnummer, E-Mail, Passfoto geben, sodass sie mir einen Ausweis ausstellen konnte:

 
Den Rest, wie die Kurswahl usw., muss ich aber mit dem Jefe de Estudios regeln. Da er noch nicht da war, sollte ich mir doch die Hochschule ein wenig anschauen. Da ich das zu Genüge gestern schon getan hatte, setzte ich mich einfach vors Büro und konnte mich mit ein paar anderen wartenden Leuten unterhalten. Irgendwann nahm eine Frau (Susana, wie ich später erfuhr) den Platz im Jefe-de-Estudios-Büro ein. Julia kam vorbei und meinte, es wäre ja blöd, wenn ich so lange warten müsste und meinte, sie fragt, ob Susana schon etwas für mich tun kann. Mit den Beiden habe ich mich dann auf Spanisch-Englisch-Mischmasch unterhalten. Auf meine vielen Fragen antwortete Susana eher mit einem vorsichtigen Blättern in einem großen Ordner und einem hilflosen Blick mit den Worten: “Heute ist auch mein erster Tag...” In der nächsten Woche gäbe es ein Treffen von den Leuten, die ihre Position vorher vertreten haben, um sie einzuweisen, danach würden auch die Kurse festgelegt und man könne sie wählen. Weitere Erasmusstudenten gibt es, sind aber noch nicht angekommen, allerdings sind sie auch an einem Treffen aller interessiert. Sprachkurs und Metro/Bus-Tickt gibt es nicht. In der Zwischenzeit, bis sich die Hochschule weiter organisiert hat, könne ich ja schon Kontakt mit meinem zukünftigen Bratschenlehrer aufnehmen, dazu würde sie meine Adresse weitergeben. Mit ihm könne ich dann alle Kurse auswählen. Am Ende tauchte dann auch der Jefe de Estudios auf, der schnell auf den Stand unseres Zusammentreffens gebracht wurde und mich zusammen mit Susana herzlich Willkommen hieß.

Nun gut, das ist doch mal wieder ein weiterer Schritt in die richtige Richtung. Ein bisschen im Reiseführer geblättert (während dessen es sich ausgeregnet hat), um zu schauen, was ich mir heute ansehen möchte und dann ging es wieder los in die Stadt (das wieder bei strahlendem Sonnenschein).

Der Bahnhof Atocha, von dem ich ja schon die schöne Front gesehen habe) sieht innen wie ein großes Gewächshaus aus.
 
 
Es gibt auch ein Becken mit Schildkröten, ein bisschen wie im Zoo, da musste ich natürlich an Annette denken und ein Foto machen.
 
 
Dann ging es über die Calle Argumosa ins Viertel Lavapies, das ziemlich verwinkelt ist und mich ein bisschen skeptisch machte. In dieser Gegend hatte ich auch ein paar Wohnungsanzeigen gesehen, aber vielleicht war es doch ganz gut, nicht hier zu hausen... In der Gegend “Rastro”, wo Sonntags ein großer Flohmarkt stattfindet, war gar nix los und der Markt, markiert auf dem Stadtplan, war zu. Auf dem Weg zum Palacio Real sah ich die Kirche San Franzisco de Grande (Basilika) und habe mir die Catedral de la nuestra Senora de la Almudena von Innen angeschaut, diesmal mit nicht ganz so viel Betrieb wie beim WJT.

 
 
Den Palacio Real schaute ich mir nur von außen an, freier Einlass für EU-Bürger war erst eine Stunde später (Na na, der Reiseführer war ne Stunde zu früh).
 
 
Über den Plaza Oriente, am Teatro Real (Opera) vorbei und der Plaza Isabel II gelangte ich zum Monasterio las Descalzalas Reales, wobei sich auch hier der Reiseführer bei den Eintrittszeiten daneben lag, diesmal zu spät. Auf dem Weg zum Plaza del Sol entdeckte ich die Chocolatería San Gines, eine berühmte Schokoladerie für Madrid – sehr gemütlich. Hier, wie auch in vielen Cafés und anderen Chocolaterías, bekommt man die traditionellen Churros con Chocolate: Stangen aus frittiertem Teig, die man in eine Tasse heißer Schokolade tunkt. Hm, ein Muss der Spezialitäten in Madrid, das wird demnächst erledigt. In einem Tabaco-Laden konnte ich dann erfragen, dass es das Abono tatsächlich nicht ermäßigt für Studenten gibt, das geht nur nach Alter. Den Bären gegrüßt...
 
 
...ging ich die Calle Alcala entlang, wobei ich eine interessante Kirche sah, die sich vom Rest der Häuser unterschied (hier gespiegelt im gegenüberstehenden Haus)...
 

...und am Edificio Metropolis und Edificio Grassy, das Cover meines Reiseführers, vorbeiging.
 
 
Dann kam ich am Plaza de Cibeles an, der umrahmt wird von der Banco de Espana, der Casa America (Palacio de Lineares) und Palacio da Communicaciones. Diese Bauwerke werden im Fersehen oft gezeigt, wenn von Madrid gesprochen wird, z.B. in den Nachrichten.
 
 
Beim WJT fand hier der Eröffnungs-Gottesdienst statt und ich erinnere mich noch gut an das Gruppenbild unserer Kleingruppe an diesem Ort. Bei GoDi waren wir allerdings auf dem Paseo de Recoletos, die Straße die zum Plaza de Colón führt und haben die Bildschirmübertragung geschaut. Auch entdeckt habe ich eine Restaurantkette, die den WJT-Mitgliedern sicherlich bekannt vorkommen sollte:
 
 
Beim Entlanggehen des Paseo de Recoletos konnte ich mich gut an die Menschenmassen beim WJT erinnern, das Vergleichsbild, das mir Johannes und Larissa aufgetragen haben, mache ich dann, wenn ich Besuch habe, der das Foto macht. Allerdings habe ich hier schonmal einen netten Vergleich:
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Am Plaza de Colón besuchte ich auch das Hard-Rock-Cafe und entdeckte eine Gitarre von Jarabe de Palo.
 
 
 
Auf dem Weg zur Metrostation um nach Hause zu fahren, fand ich einige schöne Geschäfte, unter anderem “Tiger”, einen Laden mit Zeugs, das man eigentlich gar nicht braucht, aber total schön oder originell ist, da werde ich bestimmt noch öfter vorbeischauen. Zu Hause wurde mit “Ganz-Zu-Hause” telefoniert und weitere Zettel mit Esther aufgehängt. Ich empfing dann auch eine Nachricht, die mir mein zukünftiger Bratschenlehrer nachmittags gemailt hatte, das ging ja erstaunlich schnell. Am nächsten Morgen könnte ich vorbeikommen und ihn kennenlernen. Na dann, morgen weitere Schritte in Richtung Organisation des Studiums, ich bin gespannt.

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