Dieses Wochenende geht es also nach Granada!
Die Karten für die Alhambra habe ich im Voraus schon gebucht und das Hostel ist auch reserviert, sowie die Busfahrkarten gekauft.
Um 07:00 Uhr in der Frühe fuhren wir mit dem Bus also los gen Andalusien.

Dort angekommen war auch gleich eine nette Frau an einem Schalter in der Bushalle, die wir nach einer Karte fragen konnten. Mit ihr diskutierte ich auch ein bisschen die Sehenswürdigkeiten und Erlebnismöglichkeiten aus, die ich vorher rausgesucht hatte und sie gab uns die Adresse vom Hostel. Leider stimmte diese nicht (wenigstens war die Richtung richtig) und so suchten wir erst einmal eine ganze Weile, bis wir die Touristinformation in der Nähe fanden und dort noch einmal nachfragten. Dort diskutierte ich dann nochmal ein bisschen über Sehenswertes in Granada, damit wir auch alles mitnehmen. Sie fragte uns auch, ob wir schon Karten hätten für die Alhambra und meinte "darf ich fragen, ob es einen Grund hat, warum wir die Alhambra in der Nacht besuchen wollen!?" - was war das denn für eine Frage!? Natürlich hat es einen Grund, sonst hätten wir uns das Ticket mit Kombination, einen Palast am Abend anschauen und den Rest am darauffolgenden Morgen, ja wohl nicht bestellt. Naja, sie meinte wohl, die Paläste wären ja das Tollste und in der Nacht sieht man ja nix, dann können wir ja immer noch nochmal eine Karte am nächsten Tag kaufen, wenn wir die Paläste bei Tageslicht sehen wollen. Ja ganz bestimmt geb ich nochmal 15 Euro aus... Wir wollen erstmal sehen, wies heute Abend ist.
Nach dem Einchecken ins Hostel ("die Tür ist kaputt, aber wir reparieren das diesen Nachmittag" jaja, sehmadannmal) wollten wir also die Kathedrale anschauen sowie die königliche Kapelle (Capilla Real) und den arabischen Bazar, bevor wir zur Alhambra fahren.
Der arabische Bazar hat mich an den Markt in Jerusalem erinnert. Es gab viele orientalische Decken, Teeserviers, Lämpchen usw. Natürlich alles viiiel kleiner und in fast jedem Laden hast du die gleichen Dinge gesehen und es war schon ziemlich touristisch. Aber dennoch schön.
In einem Buchladen nebenan entdeckte ich folgendes Kinderbuch:
Hier heißt Conni wohl Berta!
Die Kathedrale von außen:
Gegenüber der Kathedrale gab es einen tollen Laden, in dem man einen Tüte mit getrockneten Früchten und Nüssen selbst mischen kann. Auch Gewürze und Tee gab es dort in großer Auswahl.
Um die Ecke ebenfalls ein großes Angebot an Gewürzen. Ich hatte ja ein wenig die Befürchtung, dass was wegfliegen könnte bei dem Wind.
Aber alles machte ein orientalisch arabisches Flair, sehr cool.
Leider aber auch die Frauen, die dir ständig auf der Straße irgendein Kraut andrehen wollen ("Hier für dich, ein Geschenk" - Jaja, ein Geschenk....), die kenne wir ja schon aus Sevilla und Cordoba und leider auch aus dem Retiropark in Madrid.
Netter Musikladen, den man von weitem schon seine Flamencomusik anpreisen hört:
Die Kathedale überzeugte von innen dann nicht ganz so sehr, wie man von außen vermuten ließ. Das Design gefiehl mir nicht so sehr.
Aber es gab große Noten zum Mitsingen und eine Orgel an zwei Wänden jeweils nach zwei Seiten, interessant...:
"Siehst du dieses Licht!? Hast du es denn nicht gesehn!?!?"
Die Capilla Real war da ein bisschen interessanter. Dort findet man die Grabmäler der katholischen Könige (los reyes catolicos) Isabella von Kastilien und Ferdinand von Aragon (später König von Kastilien), die verantwortlich für die Entstehung des heutigen Spaniens (Vereinigung Kastliliens mit Aragon) und die Eroberung Granadas waren.
Diese schlüssellochförmigen Tore machen einfach ein schönes orientalisches Flair.
Mal wieder ein Laden mit Lämpchen, der Fluss Darro:
Während wir ein noch ein wenig durch die Gassen Granadas flanierten, stellte sich dann auch die Alhambra vor und wir konnten sie in wunderbaren Licht sehen. Leider hat die Zeit nicht mehr ausgereicht, um zum Mirador (Aussichtspunkt) zu gehen, denn wir wollten ja den Bus zur Alhambra bekommen.
Am Ticketschalter war ich gespannt, ob alles gut klappt mit dem Abholen der Karten. Nach einem kurzen Gespräch mit Papa, der mir die geforderte Kartennummer geben konnte, war das dann aber auch der Fall und wir betraten die große Festungsanlage.
Und besichtigten den Nadriden-Palast, sehr ähnlich zu dem, was wir in Sevilla und Cordoba gesehen hatten:
Schon sehr cool. Aber dass man nix sehen würde, stimmt ja gar nicht, die Frau in der Touri-Infowollte bestimmt einfach nur noch weitere Karten verkaufen...
Ebenfalls wollte uns noch ein Guide auf der Alhambra selbst unseren Besuch schlecht machen. Er bot sich erst an, eine Führung durch den Palast zu machen, irgendwann stellte sich aber heraus, dass er 100 Euro kostet und die Leute, die mitgehen, sich das dann aufteilen können. Da hätten wir aber noch einige Leute überzeugen müssen, damit es nicht ganz so teuer wird, die 10 Leute die drumherumstanden weil sie ursprünglich Interesse hatten, entfernten sich aber einer nach dem anderen still und heimlich. Drinnen konnten wir auf jeden Fall einen schönen Palast besichtigten und konnten entgegen den Ankündigungen des "Guides" tatsächlich Schilder entdecken und sie auch lesen (er meinte doch tatsächlich, da ständen keine, jaja, als würden die jeden Abend die Schilder wegräumen).
Ich bin sehr gespannt auf morgen, den Rest bei Tageslicht zu sehen, das muss ja der Hammer sein.
Am nächsten Tag machten wir uns zu Fuß den Berg rauf:
Oben angekommen konnten wir dann auf dem ersten Wachturm eine wunderbare Aussicht genießen:
Der verwinkelte Stadtteil Albaizin (links) und Sacromonte (rechts) mit den Cuevas (Höhlenwohnungen) der Zigeuner. Das ist unser Ziel für heute Nachmittag.
Die Flaggen von Europa, Andalusien, Spanien und Granada.
Nun gab es einiges zu sehen auf der ganzen Anlage. Ein kleiner Garten, eine Kirche, zwei Paläste hatten wir ja gestern schon gesehen....
Grins.... / Gefräßiger Briefkastenschlitz....
eine große Gartenanlage, alte arabische Bäder:
...und dann gings auf den Weg zum Generalife (Sommerpalast):
Nicht nur wir haben Fotos gemacht (tauschen die ihre Bilder aus?) / die "Wassertreppe":
Also die Alhambra ist wirklich schön und die Paläste beeindruckend, aber da davon bisher so viel von geschwärmt wurde, hatte ich es mir noch ein bisschen spektakulärer Vorgestellt.
Nach dem Besuch der Alhambra machten wir uns also auf den Weg nach Sacromonte, um die Höhlenwohnungen zu sehen. Auf dem Weg dorthin trafen wir auf eine Musikgruppe, die einen kleinen Umzug veranstaltete. Man hörte sie den ganzen Tag noch von weitem an den verschiedenen Orten, die wir besuchten, das war schon lustig.
Von Sacromonte, ein wunderbarer Blick auf die Alhambra:
Im Museum wird die frühere Lebensweise in den Cuevas vorgestellt, wir waren nicht drin, aber haben die Höhlenwohnungen von weitem gesehen, sowie die autentischen (bewohnten unud nicht nur ausgestellten) Cuevas des Viertels.
Am Anfang waren sie eher wie normale Häuschen, die dicht am Felsen gebaut sind, je höher man kam, desto originaler wurden sie, einige sehr verwahrlost, aber man konnte das Zigeunerleben erahnen.
Aus vielen Fensterlöchern drang Musik, ob aus einem CD-Spieler/Radio oder selbst gespielt (eine einsame Gitarrenmelodie oder von einer Geige).
Dieses Viertel ist auch berühmt für seine Flamencovorstellungen, so fanden wir mehrere Plakate mit Werbung oder dem Programm und auch einige Häuschen, die sich als Museum vorstellten.
Von diesem Haus habe ich im Internet schon einige Bilder gesehen, scheint eines der ganz berühmten zu sein. Erkannt habe ich es an den vielen Töpfen und Kellen, die von der Decke hängen.
Zurück im Stadtviertel Albaizin unter Sacromonte konnten wir heute den Mirador San nicolas erreichen, allerdings bei nicht mehr ganz so schönem Wetter wie gestern. Dafür spielte dort aber eine gute Reggaeband.
Habe ich schon erzählt, dass Granada eigentlich "Stadt der Hundehaufen" genannt werden könnte!? Ich glaube so viele auf einmal in den drei Tagen habe ich noch nicht gesehen.... Buä.
Vom anderen Aussichtspunkt San Cristobal war die Aussicht noch schlechter, denn es zog sich nun so richtig zusammen und fing an zu regnen. Wir ließen nicht locker und schauten uns das Viertel noch zu Ende an, aber so viel Spaß machte es nicht mehr.
So kehrten wir ins Hostel zurück und schauten dort im Internet, was wir am Abend unternehmen könnten, vielleicht gibt es ein Angebot. Ich hätte ja gerne in einer der Cuevas Flamenco gehört, aber wir entschieden uns dann für ein Konzert im Auditorio Manuel de Falla.
Das war auch sehr gut, mit Musik spanischer Komponisten.
Am nächsten Tag kamen wir nach dem Frühstück nicht mehr in unser Zimmer. Gut, nichts besonderes dachten wir, denn das war die letzten Tage eigentlich immer so. Es fing ja beim Einchecken damit an, dass die Türe kaputt war. Als wir am Abend wiederkamen, war die Tür nicht so wie angekündigt repariert, sodass wir nachfragen mussten und dann wurde sie neu programmiert (zu öffnen mit Karte). So war es dann also so, dass das eigentlich immer (bis auf einmal!) nachfragen mussten, dass uns jemand der Hostelteams die Türe aufmacht und unsere Karte neu programmiert.
Nun dachten wir am Sonntag, das wäre nun genauso, allerdings konnte das Hostelteam die Türe mit der Generalkarte nicht öffnen und diejenige die gerade Dienst hatte kannte sich mit dem Programmiergerät nicht aus. So wurde ein Kollege angerufen, es klappte immer noch nicht, und die Türe versucht, mit einer Plastikfolie aufzubrechen (???). Es half alles nichts und wir warteten schon eine Stunde. Dann entschieden wir, dass das Hostel uns Geld leihen soll ("das können wir ja von der Kreditkarte abbuchen" - "Ne, das lassen sie schön bleiben und geben uns schon jetzt die Kaution wieder!!"), damit wir in den Parque de Sciencias (Wissenschaftspark) gehen konnten.
Der war sehr interessant und wir konnten in der uns zu Verfügung stehenden Zeit gar nicht alles anschauen. Auch konnten wir leider keine Bilder machen, denn all unsere Sachen waren ja in unserem Zimmer im Hostel eingeschlossen.
Zurück im Hostel war die Tür inzwischen aufgebrochen (wie auch immer sie das jetzt geschafft hatten) und wir bekamen nur ein Entschuldigung und die Frage, ob wir nochmal nach Sevilla oder Cadiz fahren, dann würden wir einen Rabatt in der Hostelkette dort bekommen.
Da das ja nicht der Fall war, wurde wir mit 5 Euro pro Person abgespeist. Unglaublich.
Wir füllten noch ein Reklamationsschreiben aus und forderten die Adresse, an die wir unsere Beschwerde schreiben können. Da bin ich ja mal gespannt, ob das an den Manager weitergeleitet wird, wenn wir schreiben...
So machten wir uns danach also auf den Weg zum Busbahnhof und sammelten noch ein paar Sehenswürdigkeiten ein, wie den Unicampus, die Musikhochschule (beides leider zu), nochmal die Kathedrale, den Plaza de Toros und trafen eine Flamencotänzerin.
So begaben wir uns wieder 6h im Bus zurück nach Madrid.
Im Großen und Ganzen war es toll, Granada gesehen zu haben und die Alhambra, sowie die Cuevas, aber noch besser wäre es gewesen, wenn das Wetter mitgespielt hätte und die Stimmung zwischen uns Reisenden ein wenig netter gewesen wäre.
In der Metro entdeckte entdeckte ich ein Schild mit Gesicht und Fliege, hihi: