“Por la manana” (eine genaue
Uhrzeit war nicht ausgemacht) sollte ich ja zum Conservatorio kommen,
um meinen Lehrer zu treffen. Im Bus konnte ich von der Umgebung mehr
sehen, weil es nicht mehr so regnete wie am Vortag. In der Hochschule
fand ich den ausgewiesenen Raum durch meine schon geeichte
Orientierung. Er ist sehr freundlich und wir besprachen, was wir in
diesem Semester machen wollen – durch das Auslandssemester und da
ich keine Prüfung habe, habe ich quasi alle Freiheiten und soll
sagen, was ich machen möchte, er unterstützt mich dann mit Tips. Er
fragte mich nach meinen anderen belegten Fächern, worauf ich ihm
erstmal erklärte, dass ich gesagt bekommen habe, dass er mir mir bei
der Fächerwahl behilflich sein soll, worauf er etwas verwundert
schaute und meinte, dass er ja auch keine Ahnung hat, was es sonst
noch so gibt und sich mit mir zur Jefatura auf den Weg machte.
Dort
habe ich dann mal deutlich gemacht, dass ich nicht im ersten Jahr
(Curso°1) für Viola (Studium Instrument) bin, sondern in
Deutschland Schulmusik studiere und es deshalb super wäre, wenn ich
die Fächer nicht nur aus dem Studienplan “Curso°1-Instrumento”
wählen könnte, sondern aus verschiedenen Studiengängen und
verschiedenen Semestern. Denn ich habe ja schon ein paar Jährchen
studiert und bin nach meinem Bachelorabschluss nun im Masterstudium,
woraufhin erstmal verwunderte Blicke ausgetauscht wurden (1. Hier ist
das scheinbar nicht so...; 2. Hat sich irgendjemand mal meine Bewerbung
durchgelesen?). Aber somit konnte ich letztendlich erreichen, ein
paar Zettel von verschiedenen Kursen in die Hand gedrückt zu
bekommen (die hatte ich allerdings in Deutschland schon gesehen), die
Zeiten werden erst in der kommenden Woche festgelegt (aha..). Mein
Lehrer meinte, dass man die Kurse wohl dann mit jedem Dozenten selbst
absprechen solle, aber wenn ich Hilfe bräuchte, könne ich ihn auch
nochmal fragen, das ist ja schonmal ganz gut. Dann konnte ich den
nächsten Termin, das Treffen mit der Bratschenklasse, für die
nächste Woche notieren und nun ist meine Aufgabe, mir zu überlegen,
was ich spielen möchte (Die Standards ausm Real Book hat er schonmal
abgelehnt, hier gibbet nur harten Klassikunterricht). Na also, wieder
einen Schritt weiter, ich bin zufrieden für heute! Dann kann ich
also meine Touri-Stadt-Erkundungstour fortsetzen.
Diesmal in die andere Richtung in den Retiro-Park. Auf dem Weg das Caixa-Forum mit dem senkrechten Garten und dem fast schwebenden Gebäude,

vorbei am botanischen Garten und Prado-Museum bis zum Parque de Retiro.
Dort fand ich schnell das Denkmal Alfonso XII, auf dem See wird gerne Bötchen gefahren.
Beim Palacio de Christales wird gerade renoviert
und beim Palacio de Velazquez gabs eine Ausstellung. Dabei musste ich an Anna und Steffi denken, denn die hätten das sicherlich ziemlich spannend gefunden und besser verstanden als ich.
Auf dem Weg zur Metro gings noch an der Puerta de Alcala vorbei, wie Esther sagt “das Brandenburger Tor von Madrid”.
Zuhause konnte ich dann meine spanische Simkarte mit Esther tatsächlich erwerben und dann nahm mich Esther mich mit zu einem Intercambio-Abend. Das ist ein Treffen in einer Bar für Leute in Madrid, die andere Sprachen lernen möchten. Esther geht öfter dorthin, um Deutsch oder Englisch zu üben. Einer war auch dabei, der in Frankfurt Musik studiert hat und nun Unterricht am Conservatorio Reina Sofia, der privaten Hochschule in Madrid, gibt – so klein ist die Welt. Ganz froh war ich, dass wir nicht ganz so lang geblieben sind, denn ich war nach dem langen Tag doch etwas müde. Morgen steht erstmal kein Besuch in der Hochschule an, mal sehen, was ich mir in der Stadt anschauen möchte.
Hihi, kann mir richtig vorstellen, wie du dir innerlich gesagt hast: "Hat sich hier eigentlich irgendjemand mal meine Bewerbung durchgelesen?"
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